Lagerverwaltungssystem
Ein Lagerverwaltungssystem von Grund auf konzipiert und implementiert — unindexierte Lagerung und papierbasierte Abläufe ersetzt durch strukturierte Zonierung, ERP-integrierte Platzverwaltung und mobile Datenerfassung.
Eigenständiges Projekt.
Das Problem
Das bestehende Lager hatte keine systematische Lagerlogik. Ganze Gebäude waren als einzelne Lagerorte im ERP erfasst, Artikelpositionen als Freitext-Dateneinträge gespeichert. Die Kommissionierung basierte auf Papierlisten und dem Gedächtnis der Mitarbeitenden. Inventurzählungen zeigten regelmässig eine Genauigkeit von ca. 55%, FIFO wurde nicht durchgesetzt, und das System war nicht skalierbar.
Der Ansatz
Layout und Indexierung
- Zonendesign
- Die neue Anlage wurde in produktgruppenspezifische Zonen unterteilt, jeweils dimensioniert und positioniert entsprechend den räumlichen Gegebenheiten. Innerhalb jeder Zone wurden Lagerplätze nach ABC-Klassifikation und Entnahmefrequenz zugewiesen — Schnelldreher in ergonomischen Griffzonen, Sperrgut und Langsamdreher in oberen oder peripheren Plätzen.
- Namenskonvention
- Ein strukturierter Lagerortcode wurde passend zum Datenmodell des ERP-Systems entwickelt — mit Kodierung von Gebäude, Zone, Gang, Regal und Fachebene in einem einheitlichen, scanbaren Format. 18 Lagerorte mit 1717 einzeln indexierten Plätzen ersetzten das bisherige Freitext-System.
ERP-Integration
- Lagerort-Stammdaten
- Jeder Platz wurde als eigenständiger Lagerort im ERP angelegt mit korrekter Zonenzuordnung, Kapazitätsattributen und Produktgruppen-Einschränkungen. Wareneingänge, interne Umlagerungen und Kommissionierung wurden so umkonfiguriert, dass bei jeder Transaktion ein Lagerplatz auf Fachebene erforderlich ist — unerfasste Bestandsbewegungen sind damit ausgeschlossen.
Mobile Datenerfassung
- MDE-Einsatz
- Mobile Barcode-Scanner mit der Lagerapplikation des ERP-Anbieters wurden über alle Logistikprozesse hinweg eingesetzt — Wareneingang, Einlagerung, Umlagerung, Kommissionierung und Inventurzählung. Jede Transaktion wird direkt am Ort der Handlung erfasst und ersetzt Papierlisten und manuelle ERP-Eingabe.
Prozessdesign
- Lager-Workflows
- Wareneingang, Einlagerung, Kommissionierung, Verpackung und Versand wurden rund um das neue Layout und das Transaktionsmodell des ERP neu gestaltet. FIFO-Durchsetzung wurde in die Kommissionierlogik eingebaut. Permanente Inventur ersetzte die jährliche Vollinventur und verteilt den Zählaufwand gleichmässig bei früherer Erkennung von Abweichungen.
Architektur
Das Ergebnis
Bestandsgenauigkeit
Von ca. 55% auf über 95%
Kommissionierzeit
Ca. 40% Reduktion der durchschnittlichen Pick-to-Pack-Zeit
Umfang
18 Lagerorte, 1717 indexierte Plätze
FIFO-Konformität
Vollständig durchgesetzt über ERP-Kommissionierlogik — zuvor nicht erfasst
Einführung
Produktion seit 2016, genutzt von allen Lagermitarbeitenden